Elisabeth Agostini

Schichten der Seele - Schichten des Bewusstseins - Schichten der sich überlagernden Materialien, verwoben in transzendent-unerbittlicher Suche des Wesentlichen:
Die Arbeiten von Elisabeth Agostini.

Kunst als Frucht des Könnens oder Kunst als Kunde und Inbegriff erlittenen Wissens um verborgene Wirklichkeit, keine behagliche Umgehung duldend: Solcher Widerspruch besteht in diesen Werken nicht.
Die Farben - im Sinne von Farbigkeit - bleiben meist sparsam und vermeiden den äußeren Rausch. Dies zwingt den Betrachter zu erhöhter assoziativer Aufmerksamkeit und verleugnet nicht das Grübeln und Ringen und die Betroffenheit der Künstlerin bei Auflösung der sich andrängenden oder selbst gestellten Themen.
Abseits von provozierenden Zeitgeist-Sentenzen oder plakativer Tagessensation forscht sie in der Mehrschichtigkeit nach Lösungen. Elementares wird spürbar vermittelt; daher erklärt sich die starke statische Ausstrahlung der Bilder. Informationen und Weisungen, aber auch offene Fragen beinhalten sie, vielschichtig wie ihr Aufbau.

Man fühlt sich gleichermaßen von der Vergangenheit und Zukunft beeindruckt, oft auch unterstützt durch die eingesetzten Materialien.
Der Duktus auf dem fast entmaterialisiert wirkenden handgeschöpften Papier aus Nepal, auf Karton, Leinwand oder Malplatte scheint oftmals einer feinen Ziselierung zu folgen, mit welcher die Künstlerin die von ihr geschaute innere Welt verständnisvoll beschreibt oder aber durch zarte Symbolik verhüllt sein lässt. Bisweilen verliert sich die Linie unter einem rauen, die dritte Dimension andeutenden Schimmer aus Quarzsand.

Aus der Kontaktnahme der Künstlerin mit sich, der Umwelt und dem künstlerischen „Werkzeug“ destillieren sich die Erfahrungsspuren als bildnerische Vibrationen, die nicht als individuelles Ereignis festgehalten und intensiviert, sondern in den Zusammenhang einer Erscheinungsharmonie gebracht werden, die wiederum nur über die eigene Erfahrung - letztlich die umfassende Ein-Stellung - aufgebaut wird.